Architektur Centrum Hamburg

Hochbaulicher Realisierungswettbewerb 2000 (3. Preis)

Der Entwurf basiert auf einer klaren, außenwirksamen Aufgabenverteilung zwischen Ost- und Mittelbau des denkmalgeschützten Gebäudes der ehemaligen preußischen Oberpostdirektion. Während sich die kommerzielle Nutzung mit der historischen Hauptfassade zum Stephansplatz hin präsentiert, erhält das Kultur- und Veranstaltungszentrum AC ein eigenständiges Gesicht und eine neue Eingangssituation zum Dammtorwall. Das Freilegen und Neufassen der markthallenartigen Überbauung des ehemaligen Postbetriebshofes macht die neue Nutzung als kulturelles Zentrum im Stadtraum erlebbar.

Die räumliche Struktur der Höfe des Ostbaus wird herausgearbeitet. Für den vorderen Hof wird durch eine "Umstülpung" der relativ spannungslosen Schalterhalle eine neue Raumidee entwickelt. Es entsteht ein hallenartig gefaßter Raum mit Galeriekanten, dessen seitlich angrenzende, nach oben verglasten Bereiche - über die Hoffassaden und das natürliche Licht - den räumlichen und funktionalen Zusammenhang zum kleinen Posthof herstellen.

Die Öffnung des Fußbodens der ehemaligen Schalterhalle erlaubt die vollständige Integration des Souterrains in die kommerzielle Nutzung im Ostbau. Die kleinteilige Ladenstruktur aus bis zu 25 Ladeneinheiten auf zwei Ebenen wird ergänzt durch Gastronomie in den Höfen. Eine neugeschaffene, größere Einzelhandelsfläche unterhalb des kleinen Posthofes bietet Platz für einen Magnetstore. Verkaufsstände (z.B. für Werkzeuge, antike Fliesen) und Flächen für Sonderausstellungen  erweitern das Angebot und schaffen eine offene, marktartige Atmosphäre.

Über die bestehende Hofdurchfahrt wird das kommerzielle Zentrum im Ostbau mit der  neuen Eingangssituation zum Dammtorwall verbunden. Eine neue Querpassage durch das Gebäude verbindet Gorch-Fock-Wall und Dammtorwall. Von hier aus markiert eine großzügige, im Raum freigespielte Treppe den Aufgang in den Veranstaltungsbereich.Zugleich dient die Passage als Erschließung der angelagerten Nutzungen und kann bei Bedarf die Nutzungen in den Obergeschossen des Ostbaus  mit anbinden.